Dienstag, 27. November 2018

Verkehrszählung der Initiative Nordstrasse ME - Zahlen weichen von den Schätzungen im Verkehrsentwicklungsplan (VEP) deutlich ab


Im Juli und November 2018 hat die Initiative Nordstrasse ME in zwei privat organisierten Zählungen den Verkehr auf der Nordstrasse zwischen Berliner und Schwarzbachstraße gezählt. Die Novemberzählung bestätigte die Zahlen der Julizählung wobei Motorradfahrer im November der Kälte geschuldet deutlich weniger unterwegs waren.

Hierfür an dieser Stelle vielen Dank an unsere fleißigen Zähler, die sich auch von der Kälte der letzten Tage nicht abschrecken ließen.

Während dieser Zählungen wurden für einen Zeitraum von 18 Stunden (von jeweils 04.00 bis 22.00 Uhr) 10.000 KFZ tatsächlich gezählt. Dies ergibt konservativ hochgerechnet 10.300 KFZ in 24 Stunden. Das sind bereits heute 1.000 KFZ mehr als die in dem VEP 2030/2035  dem Planungsausschuss am 6.7.2017 vorgestellten geschätzten 9.300 KFZ in 24h.
Diese Schätzung (s. Folie 24 der Präsentation) ist erst für das Jahr 2030/35 prognostiziert!

Erschwerend kommt hinzu, dass wir durch die in letzter Woche beschlossene „Shared Space-Zone" rund um den Jubiläumsplatz davon ausgehen, dass der Verkehr auf der Nordstrasse durch eine Öffnung der Schwarzbachstraße (Jubi) noch weiter zunehmen wird.

Eine Verringerung des Verkehrs lässt sich durch die Situation der Nordstrasse als Zubringerstraße zur Innenstadt nicht erreichen. Deshalb fordert die Initiative Nordstrasse ME die Einführung von ganztägig Tempo 30 auf der gesamten Nordstrasse.

Hierfür sprechen folgende Aspekte: Auf der 850 m langen Strecke von der Berliner Straße bis zur Seibelquerspange hätte man eine theoretische Zeitersparnis von ca. 40 Sekunden bei Tempo 50 gegenüber Tempo 30. Diese theoretische Zeitersparnis setzt aber eine gleichmäßige Geschwindigkeit von 50 km/h voraus. Da es aber auf diesen 850 Metern 3 Ampeln und 1 Bushaltestelle auf der Fahrbahn gibt, hält man irgendwo immer. Somit geht die theoretische Zeitersparnis praktisch gegen Null.

Mit einem langsameren, aber dafür verstetigten Verkehr erhöht sich dagegen die Sicherheit für die Schüler, Fußgänger, ein-/ausparkenden Anwohner und Radfahrer erheblich. Ebenso wird der Lärmpegel durch wegfallendes Beschleunigen und Bremsen in der sehr engen Straße reduziert werden. Durch die Verstetigung des Verkehrs ist eine Verminderung der Schadstoffemissionen zu erwarten.

Neben den 10.000 gezählten KFZ wurden auch erwachsene Fahrradfahrer auf dem Gehsteig bemerkt, zahlenmäßig aber nicht erfasst. Darauf angesprochen, dass dies verboten sei, war die Antwort: „Auf der Straße fahren trau ich mich nicht.“ - was die derzeitige Situation für Fahrradfahrer auf der Nordstrasse trefflich beschreibt.

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